Elektrisch in die Zukunft

Von Björn Carstens (mit Material von Schaeffler)
Elektro wächst. Hybrid bleibt. Die Mobilität entwickelt sich vielschichtig – geprägt von regionalen Unterschieden und neuen Anforderungen. Schaeffler ist bereit: mit einer breit aufgestellten Produktfamilie im Bereich Automotive-Antriebe.
© lucadp/iStock

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Die Motion Technology Company Schaeffler prognostiziert, dass im Jahr 2035 rund 50 Prozent der weltweit neu produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge rein elektrisch und 30 Prozent hybrid angetrieben sein werden. Weitere 20 Prozent aller neu produzierten Pkw werden im Jahr 2035 ausschließlich über einen effizienten Verbrennungsmotor verfügen. Die regionalen Märkte zeichnen ein differenziertes Bild im Antriebs-Mix, wie Matthias Zink, Vorstand Powertrain & Chassis, bei seiner Keynote auf dem Wiener Motorensymposium 2026 erläuterte: „Während wir uns in Europa aufgrund der aktuellen Gesetzgebung mehr oder weniger auf ein Verbot der verbrennungsmotorischen Antriebe einstellen, sehen wir auf Märkten außerhalb der EU große Bedarfe für Hybride weit über das Jahr 2035 hinaus.“ Vor allem in Nord- und Südamerika sowie in Südostasien werden Hybride innerhalb der kommenden zehn Jahre die Neufahrzeugproduktion dominieren. In Japan werden Hybride sogar rund 77 Prozent der Produktion ausmachen.

Elektrisch in die Zukunft
Matthias Zink, Vorstand Powertrain & Chassis bei Schaeffler
© Schaeffler

„Unsere technologieoffene Produktstrategie für alle Antriebsalternativen hilft uns dabei, diese heterogenen Marktentwicklungen zu bewältigen und vor allem die aktuell steigende Kundennachfrage nach Lösungen für Hybride zu bedienen.“

Prognosen für das Jahr 2035 auf einen Blick
  • 50 %
    beträgt der Anteil rein elektrischer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge an der globalen Neuproduktion. (Quelle: Schaeffler)
  • 30 %
    beträgt der Anteil hybrider Antriebe weltweit. (Quelle: Schaeffler)
  • 20 %
    beträgt der Anteil klassischer Verbrenner. (Quelle: Schaeffler)
  • 77 %
    beträgt der Anteil hybrider Fahrzeuge an der Produktion in Japan. (Quelle: Schaeffler)

Serienstart für das dedizierte Hybridgetriebe

Die Motion Technology Company sieht großes Potenzial in der Effizienz und Flexibilität der hybriden Antriebstechnologien – in enger Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern weltweit. Deshalb bietet Schaeffler das ganze Spektrum von Komponenten bis hin zu kompletten Systemen für die verschiedensten Hybrid-Topologien – Mild-, Voll- und Plug-in-Hybride sowie Fahrzeuge mit Range Extendern. Diese Fahrzeuge spielen bei Fahrverhalten mit hohem elektrischem Anteil eine wichtige Rolle, um CO2-Emission zu senken und Flottenziele zu erreichen. Schaeffler hat bereits vor mehr als zehn Jahren mit der Entwicklung kompletter Systeme für den hybriden Antriebsstrang begonnen. Ein aktuelles Beispiel ist das dedizierte Hybridgetriebe MultiMode, das in diesem Jahr weltweit bei verschiedenen europäischen und asiatischen Fahrzeugherstellern in Serie geht: ein hochintegriertes System mit zwei elektrischen Maschinen, Leistungselektronik sowie smarter Hydraulik für Kühlung, Kupplung und einem Parksperrmechanismus. Schaeffler liefert die dazugehörige Software und Funktionen aus einer Hand. Das Gesamtgewicht des kompakten Moduls liegt bei 125 Kilogramm bei bis zu 145 Kilowatt Peak Leistung. Es ist sowohl für Vollhybride als auch für Plug-in-Hybride geeignet und bietet drei Fahrmodi: elektrisch, seriell und parallel. Die Flexibilität im seriellen Modus ermöglicht es dem Verbrennungsmotor, stets bei optimalem Wirkungsgrad zu arbeiten. Mehrere Vorträge auf dem Wiener Motorensymposium befassten sich mit dem dedizierten Hybridgetriebe. Matthias Zink erklärte das strategische Rational dahinter: „Wir sind überzeugt, dass Hybride dem Endkunden einen leicht zugänglichen Einstieg in die Elektromobilität bieten. Bei entsprechend hohem elektrischen Fahranteil leisten diese Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Mobilitätssektors. Jedes eingesparte Gramm CO2 zählt.“

  • Serienstart in 2026: Das Schaeffler MultiMode-Hybridgetriebe bietet drei Fahrmod ...
    Serienstart in 2026: Das Schaeffler MultiMode-Hybridgetriebe bietet drei Fahrmodi: elektrisch, seriell und parallel. © Schaeffler
  • Dämpferlösungen von Schaeffler: Der Speichentilger reduziert Schwingungen im Ant ...
    Dämpferlösungen von Schaeffler: Der Speichentilger reduziert Schwingungen im Antriebsstrang bei Hybridfahrzeugen. © Schaeffler
  • Seit 2025 bei Schaeffler in Produktion: Der elektrische Nockenwellenversteller f ...
    Seit 2025 bei Schaeffler in Produktion: Der elektrische Nockenwellenversteller für Hybridmotoren enthält einen Elektromotor mit Ansteuerung und ein Getriebe. © Schaeffler
Komponenten für den hybriden Antriebsstrang

Auch die Verbrennungsmotoren in hybriden Antrieben müssen hocheffizient sein, allen zukünftigen Emissionsstandards und Geräuschanforderungen gerecht werden – und idealerweise erkennt der Fahrer keinen Unterschied zwischen Elektro- und Verbrennungsmodus. Schaeffler sieht in dieser Anforderung enormes Innovationspotenzial. Deshalb entwickelt die Motion Technology Company zum Beispiel Dämpferlösungen wie den Speichentilger, der Torsionsschwingungen an der Kurbelwelle eliminiert und Bauraum minimiert. Die Position direkt im Kurbelgehäuse erfordert keine Abdichtung der Kurbelwelle, wodurch die Reibung reduziert wird. Der Speichentilger ist bereits bei führenden chinesischen Herstellern in Serie, im Laufe dieses Jahres stehen weitere Anläufe an. Um die Motoreneffizienz weiter zu steigern, ohne Fahrdynamik einzubüßen, bietet Schaeffler zudem elektromechanische Nockenwellenversteller der neuesten Generation an. Diese integrieren einen BLDC-Motor samt Steuergerät, hochintegrierte Elektronik und Software zur optimierten Ventilsteuerung über ein breites Last- und Drehzahlband hinweg. Durch die hohe Verstellgeschwindigkeit und -präzision wird eine hocheffiziente Verbrennung ermöglicht. Im vergangenen Jahr feierte Schaeffler den Produktionsstart der neuesten Generation in seinem Werk in Taicang in China und beliefert Kunden weltweit.

Wachstumsbereich Sensortechnologie

Durch den Zusammenschluss mit Vitesco Technologies im Jahr 2024 verfügt Schaeffler nun über ein umfangreiches Sensorportfolio, das unter anderem Einsatz in der Emissionskontrolle und Abgasnachbehandlung findet. Für eine bessere Emissionskontrolle beim Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe bietet Schaeffler den Flex Fuel Sensor an. Dieser hochpräzise Sensor wird zwischen Tank und Motor montiert und gibt den Ethanolgehalt im Kraftstoff aus, bevor dieser eingespritzt wird. „Nach dem Zusammenschluss mit Vitesco Technologies verfügen wir über ein schlüssig ergänztes, innovatives Produktportfolio, erweiterte Kompetenzen in den wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsfeldern sowie eine erhöhte globale Präsenz und Wertschöpfungstiefe“, sagte Matthias Zink. „Wir sehen uns damit gut positioniert, um als wichtiger Partner unserer Kunden die Transformation gemeinsam erfolgreich zu gestalten – in Deutschland, Europa und weltweit.“